Senzig im 15. / 16. Jahrhundert (1462 - 1618) - erste urkundliche Erwähnung bis zum Dreizigjährigen Krieg


1462

 

Erste urkundliche Erwähnung als Sentzk.

Die Urkunde soll bei einem Brand des Lehnschulzenhauses, um 1815 (Napoleonische Befreiungskrieg), verloren gegangen sein.

 

Nach einer Deutung kommt der Name aus dem Slawischen und soll bedeutet „Ort, wo Heu geerntet wird“. 

Interessant ist, dass früher, bisher sind Zeitpunkte bis um 1900 festgestellt, der Name "Senzig" für Fließe Verwendung fand. Der Name wird vom slawischen sênica hergeleitet und mit "Heugraben" übersetzt. Bekannt ist bisher, dass das Fredersdorfer Fließ (östlich von Berlin) ehemals als "Die Senzig" bezeichnet wurde. Das Fließ in Eggersdorf (östlich von Berlin) trug ebenfalls den Namen "Senzig" und der Ort nannte sich "Eggersdorf an der Senzig". Das "Hohe Fließ" bei Oranienburg (nördlich von Berlin) nannte sich auch ehemals "Senzig".
Andere Quellen leiten den Namen Sentzk vom mittelhochdeutschen "sense" her. Auch im althochdeutschem "senot", mittelhochdeutsch "senet" bzw. "sent" -, für Versammlung oder Gericht, werden Wurzeln gesehen. Gerade die letzte Herleitung scheint in sich schlüssig, da der hier ansässige Schultheiß, Ritter Syben, die Rechtsprechung ausübte und auch von einem Hungerturm berichtet wird.

Möglicherweise erklärt sich der Ortsname auch einfach nur als fortgeschriebene Form des Namens Vincentz (Vinzenz) oder als Ableitung aus dem mittelhochdeutschen "Sense" für den Sensenschmied oder Bauern.


1462

 

Das Dorf ist zugehörig zum Schenkenländchen der Edlen Schenck von Landsberg auf Schloß Teupitz, die von 1462 an in Lehnsabhängigkeit von den brandenburgischen Markgrafen standen.

Zur Herrschaft Teupitz, die sich aus Nieder-Lausitzschen und Brandenburgischen Lehngütern zusammensetzt gehören: das Schloß und das Städtlein Teupitz und die Dörfer Egsdorf, Newendorf, Sputendorf, Helba (Halbe), Schwerin, Groß und Klein Köris, Grewendorf (Gräbendorf), Petz, Gussow, Löpten, Korbskrug, die Neuemühle, Mittelmühle, Kl. Körische Mühle samt der Teurischen Heide, die Stakmühle (Stakow), Groß und Klein Besten, Krummensee, Schenkendorf, Zessen, Senzig und Zehrensdorf.

 

Die mittelalterliche Lage wurde 1912 beschrieben als, Dorf hübsch am Krimnicksee, früher „die Krippel“ genannt, gelegen.


1492

 

Kolumbus entdeckt Amerika


1497

 

Zwischen den Schenken zu Landsberg und den Bürgern zu Mittenwalde kommt es zu Streitigkeiten zum Holzungsrechts. Im Schriftstück zur Klärung der Angelegenheit wird auch die Sentzker Brücke, vermutlich die Brücke an der "Alten Mühle" und die Sentsche (Sentzigsche) Heide genannt.

 

1500

 

Bezeichnung: Sentzk

 

Albrecht Schenck erkauft den Rittersitz zu Wendisch-Wusterhausen sowie mehrere Dörfer, darunter auch „Sentzk“, von den Gebrüdern Johann, Heinrich und Otto Schenck für 6.350 rheinische Gulden, Herrschaft der Schenken von Landsberg.

 

Senzig wird zur Herrschaft Wusterhausen gelegt.

Es gehört jetzt zur Kirche Wendisch Wusterhausen, während es bisher zur Kirche Niederlehme gehört hatte.


o.J.

 

Bezeichnung der Senziger Seen im Mittelalter und nachfolgend:

Krimnicksee (wahrscheinlich von "krinka" kleine Muschel, kleine schüsselartige Vertiefung im Gelände); - Krienick (1745 u. 1772), Krimnick-See (1869);

Krüpelsee (wahrscheinlich von "krup-", Bezeichnung für ein Gewässer),  - Crupe (mittelalterlich), an der Krüpell (1591), Kriepel (1745), Krippel (1768),

Zeesener See -  ?

 

1517

 

Beginn der Reformation durch Martin Luther. Er schlägt am 31. Oktober 1517, 95 Thesen (Sätze) gegen den Mißbrauch des Ablasses (durch Tetzel) an die Türen der Schloßkirche zu Wittenberg.


1525

 

15. und 16. Jahrhundert Bauernbewegungen in Deutschland

Abbildung: Albrecht Dürer, Der Achermann

Abbildung: Hans Weidnitz, Käsebauer und Eierfrau, 1521

1534

 

Des wagemutigen Rebellen Hans (Michael) Kohlhase Leute nutzen verschiedene Orte des Machtbereiches der Schenken von Landsberg, als geheime Anlaufpunkte und Verstecke, darunter auch Senzig. Erst 1540 konnte Kohlhase gefangen werden.

Abbildung: Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, Aus einer alten Chronik,

erschienen im Greifenverlag zu Rudolstadt 1976, Illustrationen von Regine Grube-Heinecke

1542

 

urkundliche Erwähnung (20. März 1542), Bezeichnung: Sensick

Ausschnitt aus der Kopie der Urkunde vom 20. März 1542

Die Bezeichnung "Sensick" wird gefunden in der 13. Zeile, ganz links

Joachin II., "Hektor", auf einem Guldengroschen von 1542

Die vorstehende Urkunde wurde im Namen Joachim II. verfasst. 1539 wurde die Reformation, durch den Übertritt Joachim II., in Brandenburg eingeführt. 

1570

 

um 1570 sogenannte „kleine Eiszeit“, es kommt zu nicht unerheblichen Klimaschwankungen, in der Folge Hungersnöte und Verarmung der Bevölkerung.


1572

 

Bezeichnung: Sensk

 

1583

 

In der Region sind zum Beispiel folgende männliche Vornamen gebräuchlich:

Andreas, Antonius, Augustin, Bartel, Bastian, Blesien, Brose, Brosius, Clawes, Clemann, Crasmann, David, Dictus, Egidius, Fabian, Franz, Galle, Gras(ß)mann, Gregor, Hans, Isaac, Jacob, Janns, Joachim, Joreas, Jürgen, Kerstian, Kilian, Lex, Lippus, Lorenz, Lucas, Mentzel, Merten, Michel, Otto, Peter, Richardt, Simon, Stephan, Thewes, T(h)ies, Thomas, Tonnius, Torban, Urban, Valentin, Valtin, Veith, Vester, Wentzel, Zentius.

1600

Ausschnitt aus einer Karte von 1600. Der Pfeil deutet auf die ungefähre (Grenz-)Lage des Ortes. Die Flüsse Dahme und Notte sind nicht kartiert.

1608

 

Bezeichnung: Sentzigk

 

1612

 

Lehnbriefe (z.B. Lehnskonfirmation von 1612) nennen „Sentzschke“ als ein Dorf der Herrschaft Wendisch-Wusterhausen, wohin es auch eingekircht war.

Die Abgaben, die die Bauern zu entrichten hatten, richteten sich nach der Anzahl der Hufe, die die betreffende Wirtschaft umfasste. 1 Hufe waren 30 - 40 Morgen.

Der freie Bauer hatte 2 - 3 Hufen Land, der Kossät, d.h. der in der Kate sitzende (Kotsasse) hatte weniger Land.

Die Abgaben wurden "schoß" genannt und die Aufzeichnungen hierüber in das "Schoßkataster" eingetragen.