Gaststätten in Senzig - einst und jetzt


Aktuell sind in Senzig 8 gastronomische Einrichtungen unterschiedlichster Art vorhanden:

Taverna la Foresta - Körbiskruger Str. 82,

Restaurant Anne - Werftstr.5,

Restaurant Kreta - Chaussestr. 151,

Zur Pumpe - Chausseestr. 58,

Krüger´s Kochbar - Chausseestr. 45,

Weinlaube - Gussower Str. 15 b,

Lila Bäcker (Imbiß) - Chausseestr. 68 (im EDEKA),

Bäckerei Wahl (Imbiß) - Werftstr.4 (Zugang Chausseestr.)



Senzig war insbesondere im 20. Jahrhundert ein beliebter Ausflugsort der Berliner. Mit der Vorortbahn von Berlin nach Königs Wusterhausen und häufig verkehrenden Bussen von Königs Wusterhausen nach Senzig, erreichten sie den Ort. Es gab es eine große Anzahl Gaststätten, häufig solche die an den Seen lagen.

Heute ist die Anzahl der Gaststätten und Imbissmöglichkeiten eher überschaubar.

 

Nachfolgend werden 28 bekannte Gaststätten und Imbissmöglichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart, mit teilweise vorhandenen Daten, Namen und interessanten Details, vorgestellt:


1

Die Erfrischungsstelle "Zum nassen Dreieck", Chausseestr. 1 (am Ortseingangsschild), ein hölzerner Bau, entstand vermutlich aus dem 1889 errichtetem „Chausseegeld-Erheber-Etablissement“. Um 1936 als Gaststätte bekannt und 1945 beim Durchzug der „Roten Armee“ zur Kesselschlacht bei Halbe abgebrannt. Nicht wiederaufgebaut.


2

Auf dem Grundstück an der Gräbendorfer Straße 10 stand zur Straße hin ein kleiner Imbiss-Kiosk. Von wann bis wann dieser betrieben wurde ist nicht bekannt. Er ist nicht mehr vorhanden.


 3

Die Gaststätte "Waldesruh", Körbiskruger Str. 82, entstand als Wohn- / Geschäftshaus um 1936. Richard Bock ist als erster Besitzer und Wirt bekannt.

Bis nach 1990 besaß und betrieb Armin Riebow die seinerzeit sehr beliebte Gaststätte.

Nach Verkauf und Umbau wurde und wird die Gaststätte unter dem Namen "Taverna la Foresta" im Senziger Siedlungsteil Waldesruh geführt.


4

In der Bergstr. 18 / Ecke Pirolweg entstand in einem um- und angebauten Wohnhaus, nach 1990 eine Gaststätte in der sich u.a. der Skatklub „Senzig Ahoi“ etablierte.

Der Betrieb der Gaststätte war nicht erfolgreich. Das Gebäude ist jetzt als Wohnhaus genutzt.


5

Das Restaurant "Zum Senziger See", Chausseestr. 194 (alt 74) ist um 1900, als übertriebene Darstellung, auf einer Postkarte abgebildet.

Besitzer war zu jener Zeit Wilhelm Wandrey und nach dessen Tod seine Witwe Friedericke, welche die Gastwirtschaft weiterführte. Die Gaststätte trug den Namen „Zum Senziger See“, weil der Krimnicksee Anfang des 20. Jahrhunderts üblicherweise und auch in anderen Schriftstücken als „Senziger See“ bezeichnet wurde.

In den 30´/ 40´er Jahren befand sich vor der Gaststätte auch eine Tankstelle (Tanksäule).

Das Gebäude wird jetzt als Wohnhaus genutzt.


6

Als Gaststätte "Gaerisch", Chausseestr. 39, bekannt, hatte die Gaststätte in der Vergangenheit zahlreiche Namen, Eigentümer und Wirte. Um 1902 von Otto Kühne erbaut, hieß sie "Gasthof Otto Kühne".

Um 1920 ist sie bezeichnet als Restaurant "Fritz Heinrich".

1929 ist in einem Verzeichnis erstmals die Bezeichnung „Gasthof Gaerisch“ verwendet.

Nachfolgend, 1935, 1963, ist sie als "Gast- und Logierhaus" bezeichnet.

Im Saal der Gaststätte fanden viele Veranstaltungen statt. Ende der 1980´er Jahre war der Saal wegen Baufälligkeit gesperrt. 1989 trug die Gaststätte die Bezeichnung „HO Gaststätte Mitte“. Die Gaststätte wird seit dem Anfang der 1990´er Jahre nicht mehr betrieben.


7

Das Wirtshaus "Schimke", Chausseestr. 166, hatte in der Vergangenheit zahlreiche Namen, Eigentümer und Wirte. Im Zeitraum 1871 bis 1887 ist in zahlreichen Zusammenhängen der Senziger Gastwirt Winkler genannt, ohne einen konkreten Hinweis auf die von ihm geführte Wirtschaft. Es wird angenommen, dass er in dieser Zeit das Wirtshaus führte.

Um 1902 ist die Bezeichnung "Gasthof Paul Sange"

und um 1916 einfach "Gasthof und Restaurant". Um 1936 ist es dann bezeichnet als "Wirtshaus Albert Schimke"

und 1941 führte Johannes Pienick das „Gasthaus Schimke“. 1957 / 1958 wurde, nach einem Bericht, die Gaststätte von den Eheleuten Schröder, dem späteren Chorleiter Herr Schröder, geführt. Danach endete vermutlich die Nutzung als Gaststätte. Das Gebäude verkam und zerfiel. Es stellte sich Jahrzehnte als Ruine dar.

Ab ca. 2015 begannen Arbeiten zu Umbau der ehemaligen Gaststätte zu einem Gewerbebetrieb. Diese Arbeiten dauern an.


o.Nr. (gegenüber 7)

"Krüger´s Kochbar", Chausseestr. 45, ist eine seit den 2000´er Jahren in einem Containerbau auf einem kommunalen Grundstück eingerichtete, durch Simone Krüger betriebene, beliebte Frühstücks- und Mittagsversorgung in zentraler Ortslage.


8

Der ehemalige Gasthof "Bläsike", Lindenstr. 27, am Dorfplatz, war vermutlich die älteste Senziger Gaststätte und Mittelpunkt des Ortes. Im Gasthof befand sich auch die Post. Von 1698 bis zur Streckenverlegung 1820 führte der Cottbusser Cours, die Postkutschenverbindung zwischen Berlin und Cottbus, über Senzig. In Senzig hielt die Postkutsche am Gasthof im Dorfe. Nachfolgend verkehrt zwischen dem Gasthof „Bläsike“ in Senzig und dem Bahnhof Königs Wusterhausen die Paetel´sche Postkutsche. 1870 versucht Julius Bläske sein Eigentum in Senzig zu verkaufen, 1881 wird es dann schließlich versteigert.

Ab dem 01. November 1920 ist die Paetel´sche Postkutsche ersetzt durch einen Postomnibus zwischen Königs Wusterhausen und Senzig.

1941 bezeichnet als „Dorfkrug“ und betrieben von Willi Wegmann. Später etablierte sich im ehemaligen Gasthof eine Schlächterei.

Das Gebäude ist nicht mehr vorhanden. An der Stelle steht jetzt ein neues Wohnhaus.


9

Pferdewechselstation und Gasthaus, Grüner Weg 3 / Gussower Str (In alter Zeit gab es den Grünen Weg nicht, das Gebäude lag am Rand des alten Dorfes.)

Es ist mündlich berichtet, dass sich in dem sehr alten Gebäude früher eine Pferdewechselstation und ein Gasthaus befunden hätten. Die Bauweise des Hauses und dessen Lage scheinen diesen Bericht zu bestätigen. Möglicherweise ging diese Pferdewechselstation mit Gasthaus dem Gasthof „Bläsike“ voraus. Das Gebäude ist seit sehr langer Zeit als Wohnhaus genutzt.


10

Der Obermusikmeister Gustav Sabac el Cher schied 1909, nach 24 Dienstjahren, aus dem Militärdienst. Er spielte vor dem Kaiser und dem Zaren, vor Königen und dem Kronprinzen. 1930 erwarb er eine Gaststätte in Senzig bei Königs Wusterhausen. Er nannte es "Café Sabac-el-Cher", Lindenstr. 17,

Das Geschäft soll gut gegangen sein.

Im Sommer 1933 musste das Lokal schließen. Die Gäste sollen ausgeblieben sein, vielleicht, weil sie sich nicht mehr im Haus eines Schwarzen zeigen wollten. Für den kaisertreuen Sabac el Cher muss das besonders bitter gewesen sein, stand er doch dem "Stahlhelm", einem radikal-konservativen Bund ehemaliger Frontkämpfer, sehr nahe und den Nazis keineswegs feindlich gegenüber. 1934 starb er, mit 66 Jahren.

Das Gebäude ist nicht mehr vorhanden.

Mehr über die Familie Sabac el Cher finden Sie hier


11

Unmittelbar an der ehemaligen Fährstelle Paulick, stand um 1920 ein kleiner Pavillon, bezeichnet als Gasthaus „Zur Fähre“, Werftstr. 37. Franz Müller war der Wirt.

Nicht bekannt ist, von wann bis wann das Gasthaus dort stand und wer es betrieb. Insbesondere in Senzig wohnende Arbeiter des ehemaligen Schwellenwerkes der Deutschen Reichsbahn in Zernsdorf nutzten die Fährverbindung. Und nach der Arbeit hieß es sicher zur Freude des Wirtes nicht selten „Ein Bierchen in Ehren kann niemand verwehren“.

Später war das Gebäude als Sommerhaus genutzt.


o.Nr. (nahe 11)

In dem alten Fachwerkhaus, Werftstr. (alt 20, später 61, jetzt ungefähr Alte Ziegelei 3), gab es eine Schankwirtschaft zur ehemaligen Siedlung „Senziger Ziegelei“, welche früher ca. 700 m vom Senziger Dorf gelegen war. 1745 wird die Siedlung als außerhalb des Dorfes bezeichnet. 1769 brannte die Ziegelei ab. 1801 wiederum wird zu Senzig auch ein Kalkofen und eine Ziegelei erwähnt.

1931 ist in einem Verzeichnis Reinhard Strenge mit dieser Gastwirtschaft erwähnt. Im gleichen Haus befand sich auch noch eine Stellmacherei und ein Friseur. Irgendwann um 2000 wurde das offensichtlich sehr alte baufällige Gebäude abgetragen.


12

Seit 2010 betreibt Yvonne Gossow "Die Weinlaube", Gussower Straße 15 b, eine Weinstube zur Präsentation und Verkostung von Weinen aus deutschen Anbaugebieten. An bestimmten Tagen sowie nach Abstimmung ist die Weinstube in zentraler Ortslage geöffnet. Webseite


13

Norbert Schulze baute in den 90´er Jahren des 20. Jahrhunderts, die Gaststätte "Zur Pumpe", Chausseestr. 58 (alt 22), eine zumindest 1931 als Gaststätte des Schankwirtes Max Schubert erwähnte Gaststätte, im Erdgeschoss des Hauses, erneut zu einer Gaststätte aus. Namensgeber ist die im Hof stehende Pumpe.

Die in zentraler Ortslage gelegene Gaststätte war und ist u.a. beliebter Treffpunkt von Vereinen.


14

Um 1904 baute Wilhelm Curt in der Chausseestr. 59 (alt 23/24) ein Restaurant mit danebenliegender „Materialwaren-Handlung“.

Eine um 1910 entstandene Aufnahme zeigt am rechten Bildrand die spätere Gaststätte "Zur Linde". Das Schild mit der erkennbaren Aufschrift "Löwen" wirbt für eine Biermarke. Am linken Bildrand ist die spätere "Conditorei & Café" / "Café Senzig" erkennbar.  

Um 1929 betrieb dann Bruno Grohmann das Restaurant "Zur Linde" unter der Anschrift. (Sammlung Jagilska)

1941 befand sich im Bruno Grohmanns Restaurant auch die Meldestelle der Freiwilligen Feuerwehr. Nach 1945 war die Gaststätte nicht mehr bewirtschaftet. 1949 versuchte Arthur Schulze darin die Senziger Lichtspiele zu etablieren, was aber nicht erfolgreich war. In der ehemaligen „Materialwaren-Handlung“ betrieb u.a. 1931 Frieda Pulver ein Konfektionsladen, in der DDR befand sich dann darin der Laden „Konsum Textilwaren“.

Bereits in der DDR stand das Anwesen der evangelischen Kirchgemeinde zur Verfügung. Im rechtsliegenden Gebäudeteil waren und sind Wohnungen eingerichtet.

Nach 1990 wurden die Gebäude umgebaut. Es entstand das Senziger Kirchgemeindehaus der Ev. Lukas-Kirchengemeinde, dem später ein markanter Glockenturm hinzugefügt wurde.


15

1929 ist in einem Gewerbeverzeichnis unter der Anschrift, Chausseestr. 155 (alt 53) Otto Gollmitz als Bäcker eingetragen. 1931 gibt es dann die Lokalität „Konditorei & Café“ des Otto Gollmitz, in der Ernst Peters als Bäckermeister tätig ist. Nachfolgend hat es offensichtlich einen Betreiber- oder Eigentümerwechsel gegeben. 1941 ist Ernst Teichert mit seiner Bäckerei / Konditorei / Café bekannt,

Ab den 1970 Jahren betrieb Fritz Purann das weit über Senzig hinaus bekannte und beliebte „Café Senzig“ als HO Gaststätte.

Mitte der 80´er Jahre erhält Senzig eine ganz besondere Attraktion, auf dem Hof der Gaststätte geht ein Dampfer vor Anker, der einen zusätzlichen Gastraum bietet.

Wie das Schiff von der Chausseestraße auf den Hof der Gaststätte bugsiert wurde interessierte Jung und Alt.

1989 noch HO Gaststätte „Cafe Senzig“ wurde daraus nachfolgend der „Senziger Hof“.

Aus verschiedenen Gründen gab Fritz Purann später den Betrieb der Gaststätte auf und der Eigentümer wechselte.

Unterschiedliche Pächter scheiterten nachfolgend mit dem Betrieb der Gaststätte, die unter verschiedenen Namen geführt wurde.

Seit 2017 wird die Gaststätte in zentraler Ortslage, als griechisches Restaurant unter dem Namen "Restaurant Kreta" geführt und findet regen Zuspruch bei Einheimischen und Gästen.


16

1931 ist der Arbeiter Karl Meyer als Besitzer des Hauses Werftstraße 5 (alt 2) bekannt. In den unteren Räumen des Hauses betreibt der Schlächtermeister Otto Morszack einen Laden, 1941 gibt es in diesem Laden bei Herta Kerntopf, Milch- und Molkereiprodukte. Aus Zeiten der DDR ist der dort eingemietete Friseurladen einer PGH bekannt.

Nach 1990 richteten Perditta und Gerd Schmidtbauer im vormaligen Laden das „Café Anne“ bzw. das „Restaurant Anne“ ein. Im dem in zentraler Ortslage betriebenem Restaurant mit kleinem Sommergarten, wird schmackhafte solide Hausmannskost serviert.


o. Nr. (nahe 16)

In dem nach 1990 errichten Wohn-/Geschäftshaus Werftstr. 4 / Zugang von der Chausseestraße, etablierte sich im Ortszentrum, nach einigen erfolglosen Vormietern wie Textilhandel, Küchenstudio, Backwarenverkauf, eine Filiale der „Bäckerei Wahl“ welche sehr früh am Morgen öffnet und ganztägig ein Imbissangebot anbietet. Es sind Innen- und Außensitzplätze vorhanden.


o. Nr. (nahe 16)

Im Eingangsbereich eines nach 1990 eingerichteten Edeka-Marktes im Ortszentrum, Chausseestr. 68/69, etablierte sich ein Backwarenverkauf, als Filiale der Bäckereikette „Lila Bäcker“, vordem Dahlback, welche ganztägig ein kleines Imbissangebot anbietet. Es sind Innenstehplätze vorhanden.


17/18

Mitte der 1990´er Jahre etablierte sich auf dem Areal des vormaligen Schulungs- und Erholungszentrums des Rates des Kreises, Chausseestr. 120, im Speise- und Veranstaltungssaal sowie der Küche die Gaststätte „Big Blue“. Die Gaststätte wurde nur kurze Zeit bewirtschaftet. Der Pächter konnte den Ansprüchen der Gäste nicht genügen. Der Pleite folgten langwierige rechtliche Auseinandersetzungen. Seit der Pleite, Mitte der 1990´er Jahre, ist die ehemalige Gaststätte nicht mehr betrieben, das Gebäude befindet sich in desolatem Zustand.

Im Jahr 2000 wurde die rekonstruierte Seebrücke, mit dem Sanitärgebäude auf dem davorliegenden Gelände, übergeben und kurze Zeit bewirtschaftet.

Es gab es verschiedene Anläufe zur Nutzung das Areal, die sämtlichst keine Verwirklichung fanden. Um 2005 wurde auf der Seebrücke Senzig, Chausseestr. 120/122, ein Pavillon eingerichtet, der die Möglichkeit der Bewirtschaftung bot und zeitweilig betrieben wurde. Von 2008 bis 2014 bewirtschaftete ein Pächter mit monatlich kündbaren Pachtvertrag die Seebrücke und das sie umgebende Areal erfolgreich. An manchen Tagen verbrachten mehrere Hundert Gäste aus der Region und internationale Gäste schöne und erlebnisreiche Stunden an und auf der Seebrücke.

Dem Pächter wurde 2014 durch den Eigentümer gekündigt. Eine Bewirtschaftung findet seitdem nicht mehr statt. Ob und in welcher Art es erneut zu einer attraktiven Bewirtschaftung kommt, ist bisher unklar. Planungen dazu sind vorhanden.


19

1929 ist Chr. Jaenicke mit der am Krüpelsee gelegenen Restauration „Seeschlösschen“ genannt, von diesem ist die Gaststätte wohl zunächst um 1931 an seine Witwe Charlotte, sodann an Oskar Jaenicke und um 1941 an Willy Jaenicke als Gaststätte, Bootshaus und Tankstelle „Seeschlösschen“, Chausseestr. 114 (alt 45a), übergegangen. Am sogenannten „Aquarium“ einem verglasten Pavillon nahe der Chausseestraße befand sich in den 1930´er/ 1940´er Jahren eine der Senziger Busstationen, die Station „Aquarium“.

1940 Restaurant "Seeschlößchen" am Krüpelsee

1940 "Seeschlösschen" Anlegesteg für Sportboote (auch auf dem Bild darüber erkennbar, ganz rechts am Wasser) (Sammlung Jagilska)

Um Kunden zum Besuch seines Restaurants zu animieren, gab Willy Jaenicke seinen Gästen zu Getränken und Speisen als Bonus, wie damals üblich, Rabattmarken aus, sogenannte "Werth-Marken". Diese konnten die Gäste dann wiederum gegen Getränke eintauschen. Welchen Geldwert die "Werth-Marken" hatten, ist heute nicht mehr bekannt. Zur Kennzeichnung der "Werth-Marken", war das Zeichen "W J", für Willy Jaenicke, eingeschlagen.

Anfang der 1950´er Jahre gab es wohl Probleme hinsichtlich der Begleichung von Steuern, ob staatlich konstruiert oder tatsächlich vorhanden ist nicht bekannt, und die Gaststätte wurde aufgegeben.

Bis in die 60´er Jahre gab es einen kleinen Textilbetrieb, die Firma Editha C. und E. Eilers KG Korsett- und Büstenhalterfabrikation, der sein Domizil in einem Flachbau auf dem Grundstück hatte. Nach Fortgang des Betriebsinhabers bestand der Betrieb nur noch kurze Zeit als Nebenbetrieb der Herrenkonfektion Senzig.

Nachfolgend verfielen die Aufbauten. Die Ruine der ehemaligen Gaststätte und des verglasten Pavillons sind weggeräumt.


o.Nr. (nahe 19)

Um 1931 war der Konditor Richard Sonneck Besitzer eines direkt am Krüpelsee gelegenen Restaurant und Café, Chausseestr. 106/107 (alt 42). Betreiber war als Gastwirtschaftspächter von Hans Buhle.

1941 ist Besitzer des Grundstückes der Bäckermeister Fritz Messerschmidt, ob dieser das Restaurant und Café weiter betrieb, ist nicht bekannt.


20

Zum „Strand-Restaurant“, Uferstr. 27 / 29, bzw. zum Grundstück sind 1929 die Berliner Kurt Pache, Robert Plessing sowie Margarethe Plessing genannt. Die Nennung Kurt Paches erfolgte zuerst.

1931 ist Kurt Pache als Pächter der Gastwirtschaft genannt und 1941 W. Pache als Inhaber.

1934 Anleger am Krüpelsee zu "Plessing Strandrestaurant" (Sammlung Jagilska)

In der Gaststätte feierte der Grundbesitzerverein Krüpelsee seine Feste. Zur Gaststätte gehörte ein Sommergarten direkt am Krüpelsee und eine Dampferanlegestelle.

In der DDR war die Gaststätte gut besucht. Wirte waren nach dem 2. Weltkrieg u.a. die Eheleute Otto. Im Saal der HO Gaststätte fanden Tanzveranstaltungen statt.

Wann die im Sommergarten gelegene Freilichtbühne erbaut wurde ist nicht bekannt. Letztmalig öffentlich benutzt wurde der Sommergarten und die Freilichtbühne 1994.

Bis zur Mitte der 1990´er Jahre wurde die Gaststätte weiter betrieben unter dem Namen „Ship In“. Im Saal war an den Wochenenden Disco mit viel überregionalem Publikum. Irgendwann wurde es zu laut und der Betrieb der Disco untersagt. Das war das Ende für die Gaststätte.

Der Saal der Gaststätte ist abgerissen. Die Gaststätte wirkt von der Straße her ruinös.


 o.Nr. (zwischen 20 und 21 gelegen)

Bereits in den 30´er Jahren war die Idee entstanden auf dem kommunalen Flurstück der Uferstraße (jetzt Uferprommenade) ein „Strandhaus“ als Umkleide- und Toilettenhaus zu errichten.

1953 war dieses Vorhaben verwirklicht. Der Strand lag jetzt nicht mehr links, sondern rechts vom „Strandhaus“, nahe dem Nixenweg.

In den 1980´er Jahren befand sich das „Strandhaus“ in einem desolaten Zustand und wurde geschlossen. Um das Jahr 2000 wurde in dem „Strandhaus“ ein kleiner Ausschank eingerichtet und bald wieder geschlossen. Um 2015 verpachtete die Stadt das ihr gehörende Gebäude erneut an einen Dritten, dieser soll dem Hören-Sagen nach dort erneut einen kleinen Ausschank betreiben. Das der Ausschank geöffnet ist, wurde bisher nicht erlebt.


21

1929 gehört Ewald Bommel, aus Berlin-Neukölln, zu den ersten Mitgliedern des Grundbesitzervereins Senzig-Krüpelsee. Anfang der 1930´er Jahren errichtet er das Restaurant, Boots- und Logierhaus „Seebad Senzig“ (kurz „Bommel“), auf dem Areal Waldstraße 13 / 15 sowie Strandweg 10 / 12. Im Telefonverzeichnis von 1941 ist er mit der Gaststätte aufgeführt.

Während des Krieges schloss die Gaststätte. Nachfolgend wurde im Gebäude ein beaufsichtigtes Arbeitslager für Fremdarbeiter eingerichtet. Die Fremdarbeiter wurden täglich zur Arbeit in die Munitionsfabrik Töpchin gebracht. 1945 verließen die Fremdarbeiter die Unterkunft. Nachfolgend nutzten kurzzeitig die sowjetischen Streitkräfte das Gebäude als Lazarett. Anschließend zog dort die Schneiderei Hinze & Rogge ein. 1989 befand sich im Gebäude die Produktionsstätte Senzig des VEB Herrenbekleidung Fortschritt Berlin,

Das vormalige Gebäude ist abgerissen. An seiner Stelle ist ein Mehrfamilienhaus entstanden.


22

Über die in der Vergangenheit auch der Öffentlichkeit zugängliche Gaststätte an der Bootswerft „Bindowbrück“, Bindowbeück 1, liegen keine aktuell keine Informationen vor. An der Zufahrt zur Bootswerft wird nicht mehr auf eine Einkehrmöglichkeit hingewiesen.


Nach der Bearbeitung des Projektes "Gaststätten in Senzig" wurden weitere ehemalige Gaststätten in Senzig festgestellt. Das bedarf jedoch noch weiterer Betrachtung und wird zu gegebener Zeit eingearbeitet.


Fotos und Kopien aus den Sammlungen Detlef Schaller, Wiesbaden; Wolfgang Krüger, Senzig und Herbert Turley, Senzig; Bearbeitungen Herbert Turley, Senzig

◄