Tourismus - Informationen


  • Touristinformation Dahme-Seen, Am Bahnhof Königs Wusterhausen (rechts neben dem Hauptgebäude)
  • Heimatmuseum Königs Wusterhausen, Schloßplatz 7, 15711 Königs Wusterhausen
  • Schloß Königs Wusterhausen, Schloßplatz 1, 15711 Königs Wusterhausen
  • Kavalierhäuser am Schloß Königs Wusterhausen, Schloßplatz 1, 15711 Königs Wusterhausen
  • Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Funkerberg, 15711 Königs Wusterhausen
  • Bürgerhaus "Hanns Eisler" Königs Wusterhausen, Eichenallee 12, 15711 Königs Wusterhausen
  • "Der Turm" Königs Wusterhausen, Funkerberg 3, 15711 Königs Wusterhausen
  • Filmtheater Capitol Königs Wusterhausen, Bahnhofstr. 16, 15711 Königs Wusterhausen
  • Wanderweg in und um Senzig: - Rundweg Krüpelsee 22 km - Rundweg Zeesener See 12 km - Rundweg Tiergarten 7 km

Foto: Schloß Königs Wusterhausen 1916

 

Das Schloß Königs Wusterhausen

Das Schloss Königs Wusterhausen wurde in besonderer Weise durch die Persönlichkeit Friedrich Wilhelms I., des "Soldatenkönigs", geprägt.

Schon als zehnjähriger Kurprinz erhielt er Weihnachten 1698 das Anwesen, dessen Ursprünge auf eine mittelalterliche Wehrburg zwischen Teltow und Lausitz zurückgehen, von seinen Eltern, dem damaligen Kurfürsten Friedrich III. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte geschenkt. Frühere Eigentümer waren märkische Adelsgeschlechter, darunter die Schenken zu Landsberg, die im ausgehenden 16. Jahrhundert den Umbau der Burg in die noch heute bestehende Form des "festen Hauses", einer Verbindung aus befestigter Burg und Wohnschloss veranlassten. Für den Kronprinzen Friedrich Wilhelm wurde Wusterhausen (ab ca. 1717 Königs Wusterhausen) zum Übungsfeld für spätere Regierungsaktivitäten und Staatsreformen. Seine Vorliebe für die "Langen Kerls" und seine ausgeprägte Jagdleidenschaft hatten hier ihre Ursprünge.
Als preußischer König verbrachte Friedrich Wilhelm I. mit seiner Gemahlin Sophie Dorothea aus dem Hause Hannover und den zahlreichen Kindern, darunter der spätere Friedrich der Große, mehrere Monate im Jahr im Schloss Königs Wusterhausen. Die im Unterschied zu der prachtvollen barocken Hofhaltung seines Vaters schlichten Raumausstattungen spiegelten den Geschmack des Herrschers wider. Der König nutzte das Anwesen als Regierungssitz, Ausgangspunkt für königliche Jagdvergnügen und als Treffpunkt des legendären Tabakskollegiums.
Als im Spannungsfeld dynastischer Interessen Preußens und England-Hannovers der berühmte Vater-Sohn-Konflikt zwischen König und Kronprinz in der Flucht Friedrichs, seiner Verurteilung und der Hinrichtung seines Freundes Hans Hermann von Katte eskalierte, wurde das Todesurteil gegen Katte 1730 im Schloss Königs Wusterhausen unterzeichnet.
Nach dem Tode Friedrich Wilhelms I. 1740 verwahrloste das Schloss. Im 19. Jahrhundert wurde durch die Initiativen Friedrich Wilhelms IV. und später seines Bruders, König Wilhelm I., dem nachmaligen Kaiser, das Jagdschloss wieder belebt und im historistischen Geschmack der Epoche ausgestattet. Die letzte Hofjagd in Königs Wusterhausen fand 1913 unter Kaiser Wilhelm II. statt.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 stand das Schloss von 1927 an bis zum Zweiten Weltkrieg als Museumsschloss unter der Leitung der Preußischen Schlösserverwaltung. Während des Krieges diente es als Lazarett und Auslagerungsdepot für Kunstgut aus dem Hohenzollernmuseum Schloß Monbijou.
1945 wurde das Haus Sitz der sowjetischen Militäradministration, ab 1947 richtete man eine Berufsschule der Deutschen Finanzverwaltung ein. Von 1957-1965 nutzte eine sowjetische Nachrichteneinheit das Schloss, ab 1964 wurde es Domizil für den Rat des Kreises. 1991 begannen erste Sanierungsmaßnahmen, am 30. September 2000 konnten Schloss und Garten nach umfangreichen Rückbauten und Restaurierungen durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eröffnet werden.
Die ehemaligen königlichen Wohnräume wurden in Anlehnung an das überlieferte Lebensumfeld des Königs mit Mobiliar und Gemälden der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestattet. Besonders hervorzuheben sind die eigenhändigen Gemälde des "Soldatenkönigs" und die Offiziergalerie, eine Leihgabe des Hauses Hohenzollern.
(Text: Erika L. Preiße, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)

Die Kavalierhäuser am Schloß Königs Wusterhausen


Zwischen 1703 und 1706 - Friedrich war zwar schon "Hausherr" in Wusterhausen, aber noch nicht Regent in Preußen - wurden die beiden Kavalierhäuser errichten. Noch heute fassen sie den so genannten "cour d´honneur" ein.

In beiden Häusern logierten die Kavaliere, die Gäste des Soldatenkönigs, um ihn zur Jagd zu begleiten und sich abends im Tabakskollegium zu versammeln.

Über ein Jahrhundert nach der Zeit des Soldatenkönigs beschreibt Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg wie aus den geöffneten Fenstern der mit Rosen zugewachsenen Kavalierhäuser Musik herüber drang.

Und auch heute prägt Musik das Angebot der im Mai 2004 neu eröffneten Kavalierhäuser. Musikalisch-literarische Veranstaltungen knüpfen an die musischen Begabungen des Kronprinzen, des späteren Friedrich des Großen, und seiner Schwester Wilhelmine an.


Königs Wusterhausen – Rundfunkstadt


Schon 1911 wurden auf dem damaligen Windmühlenberg von Königs Wusterhausen durch ein Luftschiffer- und Telegraphenbataillon funktechnische Versuche durchgeführt. Der Erfolg dieser Versuche war Grund dafür, hier an dieser Stelle eine feste Militärfunkstation zu errichten.
1913 begann man mit den Arbeiten. Durch den ersten Weltkrieg kam es zwar zu Verzögerungen, aber 15. Juni 1915 wurde die erste Funkstation in Betrieb genommen. Mit dem Lichtbogensender wurden Heeresberichte übertragen, es wurden aber auch Telegramme ins Ausland versandt: Grundlage war das Morsealphabetes.

Im April 1917 wurden erste Versuche zur Übertragung von Sprache und Musik durchgeführt.
Nach Beendigung des ersten Weltkrieges übernahm die Deutsche Reichspost die ehemalige Militärfunkstation.
Unmittelbar danach wurde unter Leitung von Hans Bredow mit der Umrüstung der Sendeanlagen begonnen. So wurden Röhrensender aufgebaut, Empfangsanlagen in Berlin-Zehlendorf errichtet und die Antennenanlage um zwei weitere 100-Meter-Masten ergänzt.
1920 wurden viele Versuche zur Rundfunkübertragung mit Hilfe eines Lorenz-Lichtbogensenders unternommen:

Am 22. Dezember 1920 wurde erstmals ein Weihnachtskonzert mit Instrumentalmusik ausgestrahlt.
Das war der Anfang: Noch bis 1926 wurden Sonntagskonzerte in Königs Wusterhausen produziert und gesendet.

Für die weitere technische Entwicklung reichte der Funkerberg nicht mehr aus. Und das, obschon hier mittlerweile drei voll ausgerüstete Sendehäuser, der 1925 erbaute 243 Meter Sendeturm und zwölf weitere 100 bis 210 m hohe Masten standen - einschließlich diverser Antennenanlagen.

1927 Königs Wusterhausen - 1927,

von links: Schloss, Kavaliershäuser, Ev. Kirche, Wasserturm, Amtsgericht, Funkerkaserne und die Sendetürme

Foto: 1926 Königs Wusterhausen, Funkerkaserne

Ende 1926 wurde mit dem Bau einer neuen großen Funkstation begonnen - in der Nähe von Königs Wusterhausen, im heutigen Ortsteil Zeesen. Im Dezember 1927 konnte die damals modernsten Großrundfunksendeanlagen im Langwellenbereich in Zeesen in Betrieb genommen werden. Am 29. August 1929 wurde dort außerdem die erste deutsche Kurzwellen-Rundfunksendung ausgestrahlt. Mit Blick auf die propagandistischen Möglichkeiten des Massenmediums Radio forcierte das NS-Regime seit 1933 die Entwicklung des Rundfunks. Durch die starke Verbreitung der so genannten Volksempfänger war es mittlerweile fast überall möglich, Rundfunk zu hören. Vor allem der Sendestandort Zeesen wurde stark erweitert. Es kamen die zwei Sendehäuser hinzu, in denen jeweils 4 Kurzwellensender aufgebaut wurden. Sie blieben bis 1945 in Betrieb.
1945 bis 1995

Die Sendeanlagen auf dem Funkerberg und auf dem Gelände in Zeesen überstanden den 2.Weltkrieg fast völlig unversehrt. Große Teile der Sendeanlagen auf dem Funkerberg sowie alle sendetechnischen Anlagen in Zeesen wurden für Reparationsleistungen abgebaut. Die Sendehäuser in Zeesen wurden gesprengt.

Auf dem Funkerberg wurden bereits im Juni 1945 ein Kurzwellen-Sender für militärische Zwecke in Betrieb genommen. Ein weiterer Kurzwellensender diente ab November 1945 zur Ausstrahlung des "Berliner Rundfunks". Im August 1946 ein Langwellensender dazu. Lange Zeit diente dieser als so genannter Wartungssender für den Langwellensender in Zehlendorf bei Oranienburg für das Programm "Deutschlandradio".

Im Sender- und Funktechnikmuseum noch heute zu sehen ist der legendäre Senders 21. Der Mittelwellensender wurde 1932/33 in Berlin-Tegel errichtet. 1948 musste er nach Königs Wusterhausen umgesetzt werden und ging 1949 wieder in Betrieb. Er war noch bis 1989 in Betrieb. Seit der Wende wurde der Sendebetrieb auf dem Funkerberg aber nach und nach verringert und im Sommer 1995 endgültig eingestellt.